Als der Personal-Chef seinen besten Verkäufer feuerte

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12.09.2011

Eine Kurzstory von Pierluigi Peruzzi

Ich habe sehr oft in meinem Leben die Arbeitsstelle freiwillig gewechselt. Heute bin ich erfolgreich Selbständigerwerbender.

Sehr oft habe ich in den Büros mit ansehen müssen, wie ausgezeichnete Verkäufer oder Fachspezialisten den Rest der Mannschaft unterdrückt und fertig gemacht haben. Das muss nicht sein, wenn man das Ganze unter die Bezeichnung "Teamwork" genauer unter die Lupe nimmt. Vor allem die Personalchefs sind meistens sehr weit von der Realität entfernt oder dürfen als Human Resource Officer sehr oft gar nichts unternehmen. Denn wenn einer eine ausgezeichnete Leistung erbringt, dann wird dieser Angestellte zum "Unberührbaren". Und der "unberührbare" Angestellte darf tun und lassen was es will.



Es war einmal

Ein grosses Autohandelsunternehmen mit den Namen "Familyschlitten".

Familyschlitten war eine alteingesessene Firma mit mehreren Verkäufer, die im grossen Ausstellungsraum tätig waren.

Der Verkäufer "Maxi" verkaufte im Jahr bis zu 150 Autos.

Der Verkäufer "Medium" verkauft deren 40 im Jahr.

Der Verkäufer "Mini" kam auf 20 Auto im Jahr und "Mikro" auf ganze 15.

Und die Verkaufssekretärin und sehr hübsche Ausstellungsdame kam auf ganze 10 Autos im Jahr.

Zusammen verkaufte dieses Team durchschnittlich 235 Autos im Jahr. Allesamt wurden mit Basislohn plus Provision entlöhnt. Dem Hauptaktionär und Chef war klar dass einer gehen musste. Aber wen?

Der sehr gut psychologisch geschulte Chef und auch ausgezeichneter Personalchef entschied eine Weile lang ein Auge auf dem Verkaufsraum zu werfen und sich danach zu entscheiden. Es war ihm von vornherein klar dass "Mini" oder "Mikro" gehen mussten. Der Rest wurde gebraucht.

Aber es kam anders.

Der Chef bemerkte nach einer Weile, wie der Superverkäufer "Maxi" Geschenke an die Sekretärin machte. Sie abends zum Essen einlud und morgens mit Ihr zusammen wieder auftauchte. Fazit: Die besten Kunden wurden somit von der Sekretärin direkt an "Maxi" weitergegeben. Dafür durfte sie auch sporadisch Autos verkaufen und so eine Provision kassieren. Auch bemerkte der Chef, dass die Sekretärin gar nicht glücklich mit dem bereits verheirateten Superverkäufer war. Sich aber zu nichts traute unter der "Herrschaft" dieser Führungsperson.

Der Hauptaktionär bemerkte auch dass "Mini" und "Mikro" von "Maxi" regelrecht fertig gemacht wurden. Das Klima im Verkaufsraum war das Mieseste, dass man sich vorstellen konnte und etliche potentielle Kunden bemerkten dies schnell und zogen wieder davon.

So entschloss sich der CEO und Chef des Autohandels zu etwas drastischem: Auf ende Jahr feuerte er seinen Superverkäufer und wartete auf den Frühling mit dem Rest der Mannschaft.

Als das neue Jahr zu ende gegangen war, ging auch die Rechnung des CEO auf.

Nun hatte "Medium" 100 Autos verkauft, "Mini" kam auch auf die 80 verkauften Einheiten und "Mikro" sogar auf 90. Die hübsche Sekretärin konnte so sogar nebenbei als Verkaufshilfe noch 30 Autos verkaufen. Nun waren 300 Autos verkauft worden, eine sehr familiäre Weihnachstparty hatte stattgefunden und auch die Verkaufssekretärin war wieder zu haben. Zudem war ein Basislohn weniger zu bezahlen.

Was soll der Sinn dieser Kurzstory sein?

Der Sinn ist sehr einfach: Ein zu "herrschender" Spezialist am Arbeitsplatz ruiniert das Teamwork und die Leistung der Anderen fällt unter das Minimum. Das ist das, was ich in meinem Arbeitsleben sehr oft erlebt habe.





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