Die Zeugenaussage als untauglicher Beweismittel


Die Zeugenaussage als nicht glaubwürdiger Beweis

Beispiel

Anfangs der 1970er Jahren konnte ich aus einer zürcherischen Tageszeitung folgendes entnehmen: In der Kreuzung Central, in Zürich, habe es gekracht. Ein Kombiwagen, mit einem Familienvater und Arbeiter als Fahrer war in einem grossen Amischlitten gekracht, dessen Fahrer einen Tirolerhut und ein stinkender Stumpfen im Mund hatte und damals erst noch über 50 Jahre alt war.
6 Personen, wartend an der sehr nahe Tramhaltestelle, aus 6 verschiedenen Familien und allesamt ohne kriminellen Hintergrund, sagten dann aus, dass der Kombiwagen GRÜN gehabt hätte. Sie hätten das klar ausmachen können.

Die Zürcher Polizei hat damals eine der allerersten automatischen Fotos raus gezogen und siehe da, der sympathische Familienvater im Kombiwagen hatte seid 2 Sekunden ROT.

Seitdem (ich war anfangs 20) glaube ich überhaupt nicht mehr an Zeugenaussagen. Nicht einmal als Indizien. Denn diese 6 verschiedene Personen an der Tramhaltestelle haben NICHT gelogen, sondern nur das ausgesagt, was in ihrem Herzen stand.



Der Zeuge und seine Glaubwürdigkeit

Dank der heutigen Technik sieht man immer wieder was für einen Stellenwert die heutigen Zeugenaussagen haben. Hier muss meiner Meinung nach das Gesetz korrigiert werden. Wenn man meine kleine Vorgeschichte zu diesem Thema liest, dann muss man sich heute schon näher mit Zeugenaussagen, die als tatkräftige Beweise gelten, auseinandersetzten. Insbesondere heute, wo versteckte und nicht versteckte Kameras Einiges richtig stellen können.

Wobei ich hier noch erwähnen möchte, dass nicht nur die Zeugen vor Gericht ungewollt ein Durcheinander verursachen können, sondern auch gut geglaubten Aussagen, irgend etwas gesehen zu haben, dass in Wirklichkeit etwas anderes war. Früher nannte man das "Waschfrauengeschwätz". Heute heisst es einfach nur noch "Geschwätz".

Wenn man dann in den Zeitungen liest, dass eine ermordete Person mit 5 Schüssen niedergestreckt wurde und 3 Tage später sind es dann nur noch 3 oder 6 Schüsse, dann kann man schlüssig aussagen, dass eine sofortige "Aussage" nie mit der Realität übereinstimmen kann. Aber wenn die sofortige Aussage nicht mit der Realität übereinander stimmt, wieviel kann man einer nachträglichen Aussage Glauben schenken? Ich finde das heute, mit den neuen Erkenntnissen die wir (dank den Videokameras) über die Zeugenaussagen erworben haben, das Gesetz überarbeitet werden muss.

Persönlich finde ich, dass die Aussage einer anständigen Person, als Indiz mittleren Grades eingestuft werden sollte, aber niemals als beweiskräftige Zeugenaussage.

Man könnte noch weiter gehen und ein "Aussageregister" führen, wo alle Personen die einmal tatkräftig gelogen und deswegen verurteilt worden sind, für immer und ewig darin aufgeführt werden. Dieses Register hätte die Aufgabe einer abschreckenden Wirkung gegenüber den Personen, die aus politischen oder persönlichen Motiven eine Aussage "schleifen".